Buchhandlung des Jahres 2011/12

 

Seit 2003 verleiht die unabhängige Fachzeitschrift BuchMarkt die Auszeichnung Buchhandlung des Jahres, um das Engagement und den Ideenreichtum von Buchhändlern zu würdigen. Die Jury zeichnete in diesem Jahr fünf Gewinner in vier Kategorien aus.

Preisbegründung der Jury

Laudatio von Hans Frieden

Aus der Danksagung von Matthias Wilken

Pater Drutmar Cremer

 

Aus der Preisbegründung der Jury:

"Über die Ars Liturgica Buch- und Kunsthandlung, Maria Laach

Die besondere Atmosphäre des Klosters Maria Laach greift die Buch- und Kunstbuchhandlung Ars Liturgica im Besitz der Benediktiner zu Maria Laach in ihrem 2009 erweiterten Ladenkonzept auf. Auf 440 Quadratmetern präsentiert man neben einem allgemeinem Buchsortiment mit den Schwerpunkten Religion und Lebensgestaltung ausgewählte Kunstartikel sowie ein Sortiment an Karten, Kalendern und CDs. Außerdem ist es geglückt, sich mit der Veranstaltungsreihe „Laacher Forum“ zu einem kulturellen Treffpunkt zu entwickeln. Bis zu 500 Zuhörer reisen an – ebenso wie namhafte Autoren.

„Ein stimmiger Gesamtauftritt in einer ganz besonderen Architektur – ein Leuchtturm des konfessionellen Buchhandels, von dem sich auch allgemeine Sortimente etwas abgucken können.“

 

Erstmals wurde eine christliche Buchhandlung in der Kategorie Spezialbuchhandlung ausgezeichnet.

Wir sind stolz!

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung von BuchMarkt.de



 

 Buchhandlung des Jahres 2011
(Laudatio von Hans Frieden)

Kategorie Spezialbuchhandlung:
ars liturgica Buch- und Kunsthandlung, Maria Laach


Eine Klosterbuchhandlung ist eine Klosterbuchhandlung – denkt man gemeinhin –, und tappt so prompt in die selbst gestellte Vorurteilsfalle. Allein schon der Blick ins Internet muss dem Zweifler genügen. Dort finden wir nicht nur die wunderbare sprachliche und kulturgeschichtliche Verbindung: „ars liturgica – online-shop“!
Auch nach weiterem Hinschauen wird klar: Hier wird die Tradition nicht den Traditionalisten überlassen.
Das Benediktiner Kloster Maria Laach wurde vor über 900 Jahren gegründet, ein paar Jahrhunderte jünger ist die Buch- und Kunsthandlung ars liturgica.
Nach einem Um- und Ausbau wurden 2009 die heutigen 400 qm eröffnet – mit einem Ladenkonzept, das die besondere Atmosphäre des Klosters und der Landschaft am Laacher See übernehmen will und kann.

Normalerweise zeichnen wir Buchhandlungen nicht wegen ihrer Architektur aus. Hier müssen wir aber einen besonderen Hinweis auf die außergewöhnlichen neuen Räume machen: Ein Rundbau mit Kuppel und mit Glasfenstern des Künstlers und Franziskaner Mönchs Costantino Ruggeri, genannt Fra Sole.
Matthias Wilken ist Geschäftsführer der Buchhandlung, die 14 Mitarbeiterinnen und 10 Aushilfen beschäftigt. Natürlich pflegt ars liturgica ganz besonders die Schwerpunkte Religion und Lebensgestaltung – deswegen zeichnen wir sie ja auch in der Kategorie Spezialbuchhandlung aus –, aber ganz speziell zeichnet sich die Buchhandlung auch dadurch aus, dass sie einen erweiterten Horizont pflegt. Ein erneuter Blick auf die Startseite des Bücherangebots im Internet genügt: Dort grüßen Madame Hemingway neben Kardinal Kasper und Petros Markaris neben Herrn Fuchsberger. Neugierig habe ich auch das religiöse Angebot studiert –
und fand selbstverständlich neben den Papstbüchern auch Titel der Kritiker wie Hans Küng.
Nichts ist so, wie man es erwarten würde.

 

Folgerichtig heißt der Publikumsprospekt, der zweimal jährlich aufgelegt und verschickt wird, weder „Neues aus der Bücherwelt – für Sie ausgesucht“ oder gar „Das Kloster empfiehlt“, sondern „Durchatmen“. Ich habe selten einen so aussagekräftigen wie einladenden Titel bei einem Prospekt entdeckt. Berühmt ist die Buchhandlung auch für die Veranstaltungsreihe „Laacher Forum“ – im Frühjahr und Herbst finden jeweils sechs Vorträge oder Lesungen aus den Bereichen
Religion, Gesellschaft und Psychologie statt.

Von Seiten des Klosters ist Pater Drutmar Cremer für die Buch- und Kunsthandlung zuständig. Ihm ist vor ein paar Jahren ein ungewöhnliches Kunststück geglückt: Mit Unterstützung des Künstlers Markus Lüpertz und des Kunstsammlers Reinhold Würth spendeten bedeutende Künstler insgesamt 74 Kunstwerke zur Finanzierung des Umbaus. Aber nicht nur das: Die Mönche besuchten die Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers und holten die Werke dort selbst ab. Noch ein Bild für den wunderbaren und weiten Horizont des Klosters und der Buchhandlung.

„Wir legen Wert auf Stil und Schönheit“, heißt es auf der Website von ars liturgica. Das tun wir von der Jury auch – und finden daher, dass dieser Leuchtturm des konfessionellen Buchhandels mit seinem stimmigen Gesamtauftritt ein Vorbild für viele, auch allgemeine Sortimente sein kann und unbedingt diese Auszeichnung bekommen soll.

 

    

 

Aus der Danksagung von Matthias Wilken:

 

"Dieses Andere zu zeigen, als das, was man erwartet, ist ein Punkt, der uns wichtig ist. Und ich finde es auch sehr schön, dass Herr Carstens vom Herder Verlag Pate des Preises ist, denn der Verlag Herder wurde früher ja Gottes eigener Verlag genannt, und da passt er zu einem Kloster ganz hervorragend. Seit unserer Neueröffnung und Flächenvergrößerung auf 400 qm bekommen wir aus vielen Kanälen Lob und Anerkennung, nicht zuletzt von unseren Kunden, die natürlich für uns existenziell wichtig sind. Und doch ist dieser Preis heute etwas ganz Besonderes für uns, weil er mitten aus der Branche kommt." 
 
 

Pater Drutmar Cremer:

"Die Kunst- und Buchhandlung in Maria Laach ist das Eigentum der Benediktiner-Abtei und wir sind froh, dass wir wunderbare Mitarbeiter/innen haben, die unsere Ideen, unsere Geistigkeit selbständig und intensiv umsetzen."